Datum: 22-11-17  Time: 02:56 Vormittag

Autor Thema: Erfahrungen mit Morbus Osgood-Schlatter?  (Gelesen 2495 mal)

RobinPk

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 6
    • Profil anzeigen
Erfahrungen mit Morbus Osgood-Schlatter?
« am: Mai 21, 2013, 06:04:09 Nachmittag »
Hey Leute,

ich wollte nur mal kurz anfragen, ob hier irgendemand schon mal Probleme mit Morbus Osgood-Schlatter hatte/hat. Habe das jetzt mittlerweile seit ungefähr 6 Monaten, war bei 3 Ärzten, die mir alle nicht helfen konnten und mir Pause geraten haben. Darauf habe ich dann also 6 Wochen Pause im Winter gemacht, es wurde auch geringfügig besser, jedoch war ich schon nach wenigen Trainingssession wieder da, wo ich einmal aufgehört hatte. Angeblich hat es etwas mit dem Wachstum zu tun und sollte eigentlich mit Ende des Längenwachstums aufhören, ich kenne aber ein paar Leute, bei denen das selbst mit 27 noch ein Problem ist, aber auch andere, bei denen das mit 16 schon wieder vorbei war. Ich selbst bin gerade 17 und stehe mitten im Parkour/Taekwondo Training und habe natürlich keine Lust wieder aufzuhören, gerade jetzt, wo es wieder auf den Somer zugeht. Also falls ihr irgendwelche Tips, etc. habt, lasst es mich bitte wissen!

Danke!
Robin

Felix

  • Parkour Hannover
  • **
  • Beiträge: 74
  • Le Therapeut
    • Profil anzeigen
Re: Erfahrungen mit Morbus Osgood-Schlatter?
« Antwort #1 am: Januar 29, 2016, 02:09:32 Nachmittag »
Ist schon ne ganze Weile her das Topic, aber vielleicht interessiert es doch noch den ein oder anderen.
Die "Erkrankung" Morbus Osgood Schlatter bezeichnet starke Schmerzen unterhalb der Kniescheibe, vorallem bei oder nach Belastung. Ursache des Symptoms ist eine mögliche Überreizung der Patellarsehne ( Sehne von der Kniescheibe zum Unterschenkel). Hierbei kann bei übertriebener Reizung Knochenteile abreißen und weitere Probleme verursachen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_Osgood-Schlatter

Da ich nun schon ein paar Patienten mit dieser Reizung behandelt habe kann ich sagen, dass vorher geklärt werden sollte ob es nicht eine simple Überlastung ist. In diesem Fall klingt es jedoch nach mehr. (also dem wirklichen Osgood-Schlatter)

Die meisten Muskeln im Körper funktionieren auf dem Spieler / Gegenspieler Prinzip.
Anschaulich Bsp.: Bizeps / Triceps im Oberarm. Beugt der eine muss der andere Nachlassen, da sonst keine Bewegung stattfinden würde.
Ist nun ein Muskel viel zu verspannt oder Übertrainiert, so muss sein Gegenspieler immer in einem nachlassenden Zustand arbeiten, was zu Tendopathien ( Ansatzreizungen ) führt.
Die logische Schlussfolgerung sollte daher sein, dass nicht nur die Ansatzreizung behandelt werden sollte, sondern auch der gegenspielende Muskel entspannt und gelockert werden sollte.  -> Dehnen (min. 30 sek lang) bitte nicht vor dem Training, Massage, Dynamische Dehnungen, Sauna,...

Ich hoffe es ist logisch genug beschrieben ;)
wer fragen hat, hier rein hauen bitte!

LukeMM

  • Parkour Hannover
  • **
  • Beiträge: 670
    • Profil anzeigen
    • Parkour ONE
Re: Erfahrungen mit Morbus Osgood-Schlatter?
« Antwort #2 am: Januar 29, 2016, 08:22:59 Nachmittag »
Danke für die Info, felix !
Also praktisch Raus finden, welche der möglichen Seiten während der Dehnungen am verspanntesten ist?

RobinPk

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 6
    • Profil anzeigen
Re: Erfahrungen mit Morbus Osgood-Schlatter?
« Antwort #3 am: Januar 30, 2016, 12:15:01 Nachmittag »
Danke für den Beitrag!
Ich kann ja mal eben schildern, was in der Zwischenzeit (2 1/2 Jahre) passiert ist. Nach dem letzen Post habe ich einfach weitertrainiert, soviel es ging (Ein Arzt sagte mir, dass es eh mit dem Auswachsen verschwinden würde). Am Anfang tat es mehr oder minder nur bei Belastung weh (Springen und auch schneller Richtungswechsel), bis es dann schließlich auch im Ruhezustand (beim Sitzen) schmerzte. Habe dann wieder eine Zeit lang pausiert und dann wieder weitertrainiert, sozusagen immer im Wechsel.
Ich habe mit dem Blackrollen angefangen und war in Physiotherapeutischer Behandlung, was auch leichte Verbesserung erbrachte. Jedoch kam Osgood-Schlatter auch nach einem halben Jahr kompletter Sportpause wieder. Röntgen ergab, dass ich inzwischen Knochensplitter vom Tibia-Ansatz abgelöst hatten und daher eine schmerzhafte Entzündungsreaktion stattfand. (Wie du schon gesagt hattest, echter Morbus O.S.)

Ich war eine Zeit lang ziemlich sauer, dass der Orthopäde mir geraten hatte, ruhig weiterzumachen - but then again - ich habe auch ein bisschen übertrieben.  ??? Nach der Diagnose habe ich beschlossen, die Beine eher in Ruhe zu lassen und mich mehr auf Oberkörperstärkung zu fokussieren. Sprich: Wenig springen, wenig sprinten, wenige starke und plötzliche Richtungswechsel.

End of story: Ich kann inzwischen wieder schmerzfrei joggen gehen, solange ich nicht gerade viel springe, bleibt das Knie weitestgehend schmerzfrei. Sollten also bei jemandem von euch Jumpern Schmerzen an der vorderen Spitze der Tibia auftreten, gebt euch lieber früh genug ein wenig Pause, das lohnt sich viel mehr, als dann eine so lange Geschichte daraus zu machen. Anspannung ist in dem Sinne genauso wichtig, wie Entspannung.

Nach meinen Erfahrungen kann ich also nur unterstützen, was Felix gesagt hat. Beim Auftreten des Symptoms gilt zu handeln, sei es nun durch Entspannung, Massagen, wie auch immer.

Hoffe, dass sich die Schmerzen bald komplett gelegt haben und das Thema dann vom Tisch ist :)

LG,
Robin  :)

Fabian MM

  • Parkour Hannover
  • **
  • Beiträge: 532
    • Profil anzeigen
Re: Erfahrungen mit Morbus Osgood-Schlatter?
« Antwort #4 am: Februar 01, 2016, 11:46:37 Vormittag »
Danke für den fachlichen Input Felix! :)